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Geschichtsweg durch Straubing

Waldfriedhof

Ehrenfeld mit Gräbern der Luftangriffsopfer, 1960er Jahre (Foto Josef Berger, Stadtarchiv Straubing)

Gedenkfeld im Waldfriedhof Straubing

Der Friedhof St. Michael diente seit dem Mittelalter dem Begräbnis der armen Leute und der Soldaten. Nach der Schließung des Bürgerfriedhofs St. Peter 1879 wurde der Friedhof St. Michael Zentralfriedhof der Stadt Straubing. 1920 erfolgte mit dem sogenannten „Waldfriedhof" die Erweiterung nach Norden. Hier weihte man im östlichen Teil 1926 eine Gedenkstätte für die Toten des Ersten Weltkrieges ein. Als 1944/1945 die Todesfälle in den Lazaretten und durch die Luftangriffe immer mehr zunahmen, legte man an dieser Stelle drei Sammelgrabfelder an. Auch die im Zuchthaus (heute Justizvollzugsanstalt) verstorbenen Insassen verschiedener Nationen, unter ihnen zahlreiche politische Häftlinge, an Erschöpfung verstorbene Flüchtlinge und Kriegsgefangene wurden hier beerdigt. Insgesamt fanden in diesen Massengräbern mehr als 800 Opfer des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ihre letzte Ruhe.

Die Gräberfelder waren zunächst mit kleinen hölzernen Kreuzen versehen. In den Jahren 1972 bis 1974 gestalteten der Landesverband Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und die Stadt Straubing nach einem Entwurf des Architekten Max Ramer die Gräberfelder zu einer offiziellen Kriegsgräberstätte um. Sie wurde am 27. Juni 1975 feierlich eingeweiht. Im Jahr 2018 wurde die Gedenkstätte mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales behutsam erneuert.

„Diese Gedenkstätte soll vor dem Kriege warnen und zum Frieden mahnen!" (Bürgermeister Georg Bräuherr, 1975)

Erich Krampert, August 1943 (Privatbesitz)

Erich Krampert

Im Leichenbuch der Stadt Straubing des Jahres 1945 ist unter der Nummer 948 ein „Erich Krampert", „lediger Konditor", eingetragen, verstorben am 17. März um 10.00 Uhr im Lazarett der Barmherzigen Brüder in der Schulstraße. Geboren wurde Erich am 21. Dezember 1924 im fränkischen Trimberg. Wie in seiner Familie überliefert ist, war er „ein ganz Süßer, naschte gern", war „unendlich groß, 1,98 Meter" und ein guter Zeichner. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Funker eines Infanterieregiments an der russischen Front eingesetzt. Granatsplitter verletzten ihn im Januar 1945 schwer, einer bohrte sich in seinen Hals. Nach wochenlangem Leiden wurden Mutter und Schwester nach Straubing gerufen; während seine Schwester Luise auf einer Pritsche neben ihm lag und für ihn Blut spendete, starb er an „Herzlähmung". 
Aus dem Lazarett schrieb Erich seiner Mutter am 31. Januar 1945: „Liebe Mama! Schmerzen habe ich, aber trotzdem dir einige wenige Zeilen ... Du siehst ich zittere, aber immer denke ich an Dich Mama, denn Du bist mein alles ... Kann vor Schmerzen nicht mehr! Dein Erich"

Eduard Henzelmann mit Reimund, Gottfried, Meinhard, Barbara, Renate

„Herz, bist du da?" fragte Eduard Henzelmann seine Frau Elisabeth, als sie beide verletzt aus einem verschütteten Luftschutzkeller an der Äußeren Passauer Straße geborgen wurden. Es waren seine Abschiedsworte, er und fünf seiner sieben Kinder - Reimund (14 Jahre), Gottfried (11), Meinhard (8), Barbara (6), Renate (4) - überlebten den Luftangriff auf Straubing vom 18. April nicht. Henzelmann, geboren am 16. Oktober 1897, war als Stadtmissionar in Breslau und als Pfarrverweser in Stoberau tätig. Mitte Januar 1945 begann die Flucht der Familie aus Schlesien, die schließlich am 6. März in Straubing endete. Hier hatte Henzelmann in der protestantischen Pfarrei mit geholfen. Seine Witwe blieb mit Tochter und Sohn in Straubing, engagierte sich zeit ihres Lebens in der evangelischen Gemeinde und behielt ihr Gottvertrauen: „Dennoch bleib ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand." (Psalm 73, 23)
Bei den Luftangriffen auf Straubing am 4.11. und 20.12.1944 sowie am 5.2. und 18.4.1945 fanden ungefähr 400 Menschen den Tod, mehr als ein Viertel der Stadt wurde zerstört.

Elisabeth und Eduard Henzelmann 1929 (Stadtarchiv Straubing Allgemeine Fotosammlung 212-20/3/2/2 und 3)
Dr. Adolf Freiherr von Harnier, 1944 (Foto Archiv der Justizvollzugsanstalt Straubing)

Dr. Adolf Freiherr von Harnier

Der Rechtsanwalt, geboren am 14. April 1903 in München, war bereits in den 1920er Jahren ein entschiedener Gegner der nationalsozialistischen Bewegung. Als überzeugter Christ und bayerischer Patriot wurde er ab 1933 zum führenden Kopf eines Widerstandskreises in München, der sich besonders der Gestaltung Deutschlands und Bayerns nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes widmete - Bayern sollte eine Monarchie auf demokratisch-christlicher Basis werden. Nach seiner Verhaftung im August 1939 und mehrjähriger Untersuchungshaft wurde Harnier 1944 wegen Hochverrats zu zehn Jahren Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt. Er starb am 12. Mai 1945 an Hungertyphus und allgemeiner Entkräftung in der Straubinger Justizvollzugsanstalt, an dem Tag, an dem er von der amerikanischen Besatzungsmacht entlassen werden sollte. 
Adolf von Harnier gilt als „Blutzeuge für Christus" der Erzdiözese München-Freising.

„Wie lange noch? Die Staatsgewalt ist in Händen eines Irren; der Irre in Händen von Verbrechern! ... Menschen werden gemordet, unser Volk wird vergewaltigt. Auf Kameraden, zu Hilfe! Der Staat ist in Gefahr! Es geht um's Vaterland!" (Adolf von Harnier, 1937)

Dr. Dorit-Maria Krenn, Stadtarchiv Straubing

Bilder:

Ehrenfeld mit Gräbern der Luftangriffsopfer, 1960er Jahre (Foto Josef Berger, Stadtarchiv Straubing)

Erich Krampert, August 1943 (Privatbesitz)

Elisabeth und Eduard Henzelmann 1929 (Stadtarchiv Straubing Allgemeine Fotosammlung 212-20/3/2/2 und 3) 

Dr. Adolf Freiherr von Harnier, 1944 (Foto Archiv der Justizvollzugsanstalt Straubing)

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