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50 Jahre Ehrenmal Pulverturm

Anlage am Kinseher Berg

Ehrenmal am Pulverturm

1950 setzten in der Stadtverwaltung und bei den Politikern Überlegungen ein, für die Opfer des Zweiten Weltkrieges ein „Ehrenmal" zu schaffen. Doch die schlechte finanzielle Lage der Stadt stoppte vorerst den Plan einer neuen Gedenkstätte. Stattdessen wurde das im Waldfriedhof bereits bestehende Gedächtnismal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges durch eine neue Inschrift auch den Opfern des Zweiten Weltkrieges gewidmet. 1957 gründete sich schließlich auf Anregung des Stadtrates Hans Schreiner eine „Arbeitsgemeinschaft zu Errichtung einer Weihestätte für die Kriegsopfer in Straubing".
In den folgenden Jahren gab es heftige Diskussionen um Ort und Art des Denkmals. Schließlich entschied man sich für den Pulverturm, einem spätmittelalterlichen Befestigungsturm am Kinseher Berg, als Gedenkstätte mit der Plastik „Opfer und Leidtragende" des Landshuter Künstlers Karl Reidel im Mittelpunkt. Um die moderne Bronzeskulptur, die drei Familienangehörige und deren gefallenen Vater/Ehemann/Sohn darstellt, entfachte sich ein „Krieg um ein Kriegerdenkmal", wie in der bayerischen Presse getitelt wurde. Während Kritiker von „entarteter Kunst" und „Verhöhnung unserer armen Gefallenen" sprachen, lobten Befürworter die zeitlose und beispielhafte Verkörperung des Schmerzes und der Trauer. Am Volkstrauertag, dem 17. November 1963 wurde der Pulverturm als „Ehrenmal für alle Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus" eingeweiht. 25 bronzene Tafeln, die Szenen aus dem Kreuzweg Christi zeigen, tragen über 2200 Namen. Seit 1989 erinnert eine weitere Tafel an die in nationalsozialistischer Zeit ermordeten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Straubings.

Dr. Dorit-Maria Krenn, Stadtarchiv Straubing

Literaturhinweis: Dorit-Maria Krenn, Straubinger Kontroversen um "Opfer und Leidtragende" von Karl Reidel, in: Passauer Kunstblätter 45, 1/2010, S. 26 - 28

Führungen werden am Nachmittag des Volkstrauertages (17.11.2013) angeboten.

Bild: Bronzeplastik "Opfer und Leidtragende" von Karl Reidel (Stadtarchiv Straubing, Allgemeine Fotosammlung)

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